Gebäude Energiewende

Regionaler Vergleich: Soziodemografische Einflussfaktoren der energetischen Sanierungsentscheidung

Regionaler Vergleich: Soziodemografische Einflussfaktoren der energetischen Sanierungsentscheidung

Ob Gebäudeeigentümer/innen ihr Haus energetisch sanieren oder nicht, hängt auch damit zusammen, welche Perspektive sie für eine Nutzung ihres Gebäudes sehen. Denn sowohl die Sanierung der Gebäudehülle als auch der Einsatz erneuerbarer Energien sind häufig hochinvestive Maßnahmen die sich nicht kurzfristig amortisieren. Das Projekt „Gebäude-Energiewende“ geht von der These aus, dass für die Nutzungsperspektive neben individuellen Faktoren auch soziodemografische Merkmale und regionale Wachstumsdynamiken eine Rolle spielen. Der Arbeitsbericht „Soziodemografische Untersuchung von zwei Regionen mit unterschiedlicher Wachstumsdynamik“ des Projekts stellt die zentralen Ergebnisse einer vergleichenden Auswertung soziodemografischer Daten von Gebäudeeigentümer/innen in zwei Untersuchungsregionen im Land Brandenburg vor.

Einflussfaktoren der Sanierungsentscheidung

Ziel des Arbeitspapiers war es einerseits, anhand von soziodemografischen Daten die pauschale Einschätzung zu den Wachstumsdynamiken in den Regionen zu überprüfen. Andererseits wurden für sozio-demografische Daten untersucht, die im Zusammenhang mit Einflussfaktoren auf die energetische Sanierungsentscheidung stehen. Dabei handelt es sich neben der Nutzungsperspektive und Zugang zu notwendigen Informationen und Wissen, finanzielle Möglichkeiten, regionale Gegebenheiten des Immobilienmarkts sowie bauliche und technische Voraussetzungen der Gebäude.

Wachstumsregionen und Entleerungsräume

Das Projekt hat als wachsende Region die kreisfreie Stadt Potsdam und den Landkreis Potsdam-Mittelmark mit der eher schrumpfenden Region Lausitz-Spreewald verglichen. Im Entleerungsraum Lausitz-Spreewald ist das Durchschnittsalter höher, der Wegzug dominierender und der Anteil der Einwohner mit Hoch-/Fachhochschulabschluss sowie das Netto-Haushaltseinkommen geringer als in der wachsenden Region. Auffällig ist dabei allerdings, dass die Haushaltseinkommen in beiden Untersuchungsregionen unter dem Bundesdurchschnitt liegen.

Regionale und soziodemografische Potenziale

Insgesamt ist die Nutzungsperspektive der Gebäude in der Region der kreisfreien Stadt Potsdam und dem Landkreis Potsdam-Mittelmark besser als in der Region Lausitz-Spreewald. Die ausgewerteten Merkmale wie Entwicklung und Prognose der Einwohnerzahlen, Durchschnittsalter, Bestreitung des Lebensunterhalts, Beschäftigungsanteil sowie die Einflussfaktoren Informationszugang und finanzielle Möglichkeiten liefern Hinweise darauf, dass die Sanierungsaktivität in der Potsdamer Region höher sein müsste.

Ob diese regionalen und soziodemografischen Potenziale der wachsenden Region tatsächlich zu einer höheren Sanierungsaktivität von selbstnutzenden Ein-/ Zweifamilienhaus-Besitzern führt, dem wird ein nachfolgendes Arbeitspapier von Dunkelberg & Weiß nachgehen.

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Download der Studie (pdf)